Trümmerarbeiten in Bremen

Ankunft ungarischer und polnischer Häftlinge in Bremen

Der Häftlingstransport mit den Ungarinnen trifft in der Nacht zum 02. August 1944 in Bremen auf dem Neustadtsbahnhof ein. Von dort geht es zur Hindenburgkaserne an der Bossdorfstraße. Die Gefangenen bringt man in den Pferdeställen unter. Diese hatten von September 1943 bis zum April 1944 als KZ-Außenlager der II. SS-Baubrigade Neuengamme gedient. Dann bewohnten ukrainische Zwangsarbeiter die Ställe.
Am 28. August 1944 erreicht ein Transport von 300 polnischen Jüdinnen aus Auschwitz Bremen. Auch sie werden dem Arbeitskommando „Behelfswohnungsbau“ in der Hindenburgkaserne zugewiesen.
Jüdische Zwangsarbeiterinnen in der Bremer Innenstadt, 1944.
Quelle: Staatsarchiv Bremen 10, B 1944-03/137. LA

Einsatz zur Trümmerbeseitigung

Die Frauen werden jedoch kaum noch zum Bau von Behelfsheimen eingesetzt, sondern verstärkt zur Trümmerbeseitigung.
Die Beseitigung der Trümmer ist gefährlich und anstrengend. Fast täglich wird Bremen aus der Luft angegriffen. Bei Fliegerangriffen dürfen die Frauen keine Schutzbunker oder Splittergräben aufsuchen.
Am 26. September 1944 wird bei einem alliierten Bombenangriff die Hindenburgkaserne zerstört. Noch am gleichen Abend transportiert man die Frauen in das Lager Obernheide.

Arbeitskommando in der Knochenhauerstraße in Bremen
Quelle: Staatsarchiv Bremen IO.B 1944-03/137. LA

Arbeitssituation

Jede Baufirma, bei denen die Frauen arbeiten müssen, hat andere Umgangsformen mit den Häftlingen. Manche Firmen schikanieren die Frauen. Die Erdarbeiten und das Drahtaufrollen bei „Focke–Wulff“ sind qualvoll. Die Frauen werden geschlagen und häufig in den Draht gestoßen. Erträglicher ist das Arbeiten in den Kommandos des Bauunternehmers Diedrich Rohlfs, der die Frauen anstelle des täglichen Solls von 1000 Steinen nur 250 Steine aus den Trümmern holen, abklopfen, reinigen und stapeln lässt. Wehrwirtschaftsführer Eduard Lüning beschwert sich, dass auch kranke Frauen eingesetzt werden, die keine volle Arbeitskraft darstellen können. In einem Schreiben bittet er, deren „Gehalt“ um die Hälfte zu kürzen.

Arbeitskommandos 1944/45

Die Frauen werden in Arbeitskommandos bei verschiedenen Firmen eingesetzt.
In Bremen werden die Frauen in verschiedene Kommandos eingeteilt, bestehend aus 25 bis 75 Häftlingen.

Gesselmann: Karl Gesselmann
Abbruch- und Verschrottungs-
unternehmen
Verdener Str. 81

Bödecker: Hermann Bödecker
Baugeschäft und Abbruch-
unternehmen
Schwarzer Weg 80

Ebeling: Heinrich Ebeling
Abbruchunternehmen
Sögestr. 23

Breiter: Kirbitz & Breiter, Ludwig Breiter
Abbruchunternehmen
Nollendorfer Str. 72

Kirbitz: Georg Kirbitz
s.o.

Stehmeyer Straßenbau- und Tiefbaugeschäft
& Bischoff Martinistr. 1a

Heitmann: Joh. Heitmann
Baugeschäft
Bahnhofplatz 8

Rodiek: Friedrich Rodiek
Bauunternehmen
Admiralstr. 95
Betonsteinbetrieb Bremen-Uphusen

Rohlfs: Diedrich Rohlfs
Bauunternehmen

Lüning & Sohn Eduard Lüning
Betonsteinwerke Bremen-
Sebaldsbrück