Deportation aus Ungarn

500 Jüdinnen aus Ungarn

Am 19. März 1944 marschiert die Deutsche Wehrmacht in das mit Deutschland verbündete Ungarn ein. Die Juden werden aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben verbannt. Es folgt ihre Ghettoisierung. Ungarn wird in sechs Deportationszonen eingeteilt. Über 700.000 Juden werden in 55 Ghettos gezwängt.
Alle 500 Jüdinnen, die in Obernheide inhaftiert werden, kommen aus der Deportationszone III. Die Frauen stammen unter anderem aus den Orten Debrecen, Eger, Györ und Sopron. In den fünf Tagen zwischen dem 11. und 16. Juni 1944 werden sie in 23 Zügen mit über 50.000 anderen Juden nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Erinnerung

Lilly Kertesz erinnert sich: „Die Stadt, in der mein Vater geboren worden war, mein Großvater und mein Urgroßvater, die Stadt, in der ich jeden Stein kannte und die ich liebte, wurde mir auf einmal fremd. Ihre Bewohner zeigten ihr wahres Gesicht.“



Ungarische Juden auf dem Weg nach Auschwitz
Foto aus: Eugene Levai, Black Book on the

Martyrdom of Hungarian Jewry, Zürich 1948, S. 89

Vor dem Abmarsch Foto aus: Eugene Levai, Black Book on the Martyrdom of Hungarian Jewry, Zürich 1948, S. 63