Ratsinformationssystem
18.11.2025 - 4 Glasfaserausbau in der Gemeinde Stuhr - aktuell...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Datum:
- Di., 18.11.2025
- Status:
- gemischt (Sitzungsgeld freigegeben)
- Uhrzeit:
- 18:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Sitzungsvorlage
- Federführend:
- Finanzen & Wirtschaftsförderung
- Bearbeiter:
- Peer Beyersdorff
Wortprotokoll
Herr Ahrens begrüßte Herrn Aquino von der GVG Glasfaser GmbH.
Herr Beyersdorff erklärt, dass das Thema Glasfaserausbau ein Dauerthema sei und der Infrastrukturausbau keine leichte Angelegenheit darstelle. Er freue sich, dass der Ausbau nun von Herrn Aquino vorgestellt werde.
Herr Aquino (Leiter der nationalen Projektentwicklung der GVG Glasfaser GmbH) bedankt sich für die Möglichkeit, den aktuellen Sachstand zum Glasfaserausbau in der Gemeinde vorzustellen. Die Präsentation ist dem Protokoll als Anlage beigefügt.
Herr Aquino erklärt die Ausbaupläne für das Gemeindegebiet und betont, dass Neubau- und Gewerbegebiete bereits in die Planung einbezogen worden seien. Ein detaillierter Kartenausschnitt zeige die geplanten Gebäude und 6.485 Hausanschlüsse. Es sei eine 136 km lange Trasse geplant. Der Ausbau in der Gemeinde Stuhr werde durch zwei Generalunternehmer durchgeführt, mit denen die GVG Glasfaser GmbH bereits zusammengearbeitet habe und die Erfahrung im Landkreis Diepholz aufweisen.
Er erklärt, dass der Baubeginn bereits am 08.11.2025 erfolgt sei. Bereits angeschlossene Gebäude seien sofort aktiv. Die Versorgung der Technikstandorte mit Strom sowie deren Errichtung durch die Stadtwerke erfordere längere Zeiträume. Die Tiefbauplanung sei für das 1. Quartal 2026 vorgesehen.
Herr Aquino erklärt, dass neben der begonnenen Verlegung entlang der Fahrbahnarbeiten bereits zwei Technikzentralen in Moordeich und Brinkum errichtet worden seien. Weitere Technikzentralen bzw. Verteilerpunkte seien für Varrel, Fahrenhorst und Neukrug vorgesehen. Der Großteil des Ausbaus sei für 2026 geplant, kleinere Maßnahmen noch für 2027.
Die GVG Glasfaser GmbH plane Infoveranstaltungen und Flyeraktionen, um über die weiteren Maßnahmen zu informieren. Zudem werde Präsenz in Schulen und Vereinen gezeigt. Für die Online-Maßnahmen sei eine Website vorgesehen, die eine Adressabfrage ermögliche, um zu prüfen, ob eine Adresse für den Ausbau vorgesehen sei. Über die Website könnten auch Vor-Ort-Beratungstermine gebucht werden. Alle Kunden würden regelmäßig über Newsletter zum aktuellen Baustand und den Maßnahmen informiert. Herr Aquino erklärt, dass es bisher keinen 1-GB-Vertrag gegeben habe, dieser sei jedoch nun für Geschäftskunden verfügbar und werde kurzfristig auch für Verbraucher angeboten.
Herr Aquino erklärt, dass ein Door-to-Door-Vertrieb in Abstimmung mit der Gemeinde sowie Aktionen mit Vereinen, Feuerwehren und Kindertagesstätten, beispielsweise durch den Einsatz von Infomobilen, geplant seien. Für Wohnungswirtschaften, also für Gebäude mit mehr als drei Wohneinheiten, werde bei Vertragsabschluss eine kostenfreie Inhouseverkabelung angeboten.
Herr Aquino erklärt, dass das Unternehmen GVG Glasfaser ein eigenes Callcenter mit eigenen Mitarbeitenden betreibe. Die Mitarbeitenden hätten Zugriff auf die relevanten Systeme und könnten entsprechende Auskünfte geben.
Herr Ahrens bedankt sich für die Präsentation und die Einführung in das Thema und gibt den anwesenden Bürger*innen Gelegenheit Fragen zu stellen.
Eine Einwohnerin fragt, ob es bereits Lösungen für sogenannte weiße Flecken gibt, deren Ausbau durch den Landkreis noch nicht abgeschlossen wurde.
Herr Aquino erklärt, dass in den weißen Flecken der Tiefbau sowie die Hausanschlüsse seitens des Landkreises Diepholz bereits abgeschlossen seien. Es würden lediglich 95 % der Adressen angeschlossen, die Adresse der betroffenen Einwohnerin gehöre zu den verbleibenden 5 %.
Herr Beyersdorff ergänzt, dass zu diesen 5 % einzelne, weiter außerhalb gelegene Adressen zählten. Er erklärt, dass vor zwei Jahren eine neue Markterkundung für graue Flecken durchgeführt worden sei, auf deren Grundlage ein Förderantrag gestellt worden sei, der sich derzeit in der Ausschreibung befinde, um die letzten Adressen an das Glasfasernetz anzuschließen.
Sodann gibt Herr Ahrens das Thema zur Beratung an die Ausschussmitglieder.
Herr Thomsen bedankt sich für den Vortrag und fragt, ob es einen Zeitplan gibt, an dem man sich orientieren kann, da sich der Ausbau bereits über mehrere Jahre erstrecke.
Herr Aquino erklärt, dass der Ausbau größtenteils in 2026 abgeschlossen werde und die verbleibenden Arbeiten im Jahr 2027 erfolgen sollten. Eine Veröffentlichung auf Straßenebene erfolge jedoch nicht. Nach dem großen Baustart könne zudem die Reihenfolge der Gemeindegebiete bekannt gegeben werden.
Herr Thomsen erklärt, dass der Service gut und ansprechend sei, er aber begrüßen würde, wenn das Vor-Ort-Marketing auch auf Weihnachtsmärkten genutzt werde, um Bürgernähe zu schaffen.
Herr Aquino erklärt, dass der Versand eines Newsletters bereits begonnen habe, dieser erfolge jedoch ausschließlich an Bestandskunden und nicht an potenzielle Kunden.
Herr Beyersdorff ergänzt, dass mögliche Standorte für die Infomobile bereits erfragt worden seien. Eine Möglichkeit könne die Gewerbeschau sein. Zudem gab er die Frage nach den Vorlaufzeiten bei Mehrfamilienhäusern weiter, da dort ein einstimmiger Entscheidungsprozess der Wohnungseigentümer erforderlich sei.
Herr Aquino bestätigte die längeren Entscheidungsprozesse bei Mehrfamilienhäusern und ergänzt, dass diese daher möglicherweise erst am Ende des Ausbaus angeschlossen werden könnten.
Herr Koch fragt, wie viele Anschlüsse erfolgen und teilt mit, dass die Verträge für 6.000 Anschlüsse bereits im Jahr 2021 unterschrieben worden seien. In den vergangenen fünf Jahren sei wenig passiert, wodurch viel Vertrauen verspielt worden sei. Er schließt sich Herrn Thomsen an und fordert, dass ein Zeitplan aufgestellt werde, damit die Bürger*innen nicht weiter vertröstet werden.
Herr Aquino stimmt dem zu und erklärt, dass es für viele Kunden unzufriedenstellend sei, lange Wartezeiten hinnehmen zu müssen. Änderungen beim Glasfaserausbau seien den Presseberichten zu entnehmen. Verzögerungen seien durch Finanzierung und Modalitäten bedingt gewesen, dies habe sich inzwischen geändert, sodass der Ausbau beschleunigt werden könne und Vertrauen zurückgewonnen werde.
Herr Dr. Döpkens fragt, wie der Ausbaustand in Alt-Stuhr ist, da in Moordeich bereits Schilder aufgestellt worden seien.
Herr Beyersdorff erklärt, dass dieses Gebiet aktuell noch nicht erschlossen werde.
Herr Aquino ergänzt, dass auch die Wirtschaftlichkeit beim Ausbau betrachtet werden müsse. Das Ziel eines 100%igen Ausbaus sei leider nicht erreichbar, da die Kosten in den Randgebieten so hoch seien, dass Verträge teilweise nicht möglich oder kostendeckend seien.
Herr Beyersdorff erklärt, dass bisher kein Unternehmen das Gebiet ausbauen wolle und an einer Lösung gearbeitet werde.
Herr Depken fragt, ob auch fremde Provider die Leitungen der GVG Glasfaser nutzen dürfen.
Herr Aquino bestätigt, dass dies möglich sei.
Herr Hollmann fragt, warum der Ortsteil Alt-Stuhr nicht angeschlossen wird, obwohl dort das Rathaus liege und der Ort dicht besiedelt sei. Die Unternehmen dürften nicht nur wirtschaftlich attraktive Bereiche auswählen, es könnten Ausbaupakete angeboten werden. Er könne sich nicht vorstellen, dass dies unwirtschaftlich sei.
Herr Aquino stimmt Herrn Hollmann zu, dass nicht nur die besten Gebiete ausgebaut und Randgebiete ausgelassen würden. Weshalb der Ortsteil Alt-Stuhr nicht attraktiv sei, könne er jedoch nicht sagen.
Herr Beyersdorff ergänzt, dass die Wettbewerbssituation mit günstigen Vodafone-Tarifen andere Unternehmen von einem Ausbau abhalte.
Herr Stöver fragt, wieso Seckenhausen bei der Präsentation nicht auftaucht und ob der Ausbau von einem Mitbewerber erfolgen werde.
Herr Beyersdorff bejaht dies.
Herr Wischniewski fragt nach den Vorlaufzeiten bei Kündigungen von Bestandskunden und nach der Bearbeitung von Anbieterwechselaufträgen, insbesondere wann der neue Anschluss freigeschaltet und der alte beendet wird.
Herr Aquino erklärt, dass dies vom Baufortschritt abhänge. Die Bürger*innen würden ein bis zwei Monate vorher informiert und erhielten ein Datum, bis wann der Ausbau kostenfrei in Anspruch genommen werden könne.
