Sie sind hier: Verwaltung & Politik » Politik

Ratsinformationssystem

ALLRIS - Vorlage

Sitzungsvorlage - 081.0/26

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

 

Der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen nimmt den Bericht der Wirtschaftsförderung zur Kenntnis.

 

 

 

Beyersdorff

Reduzieren

Sachverhalt

 

Das Thema flächendeckender Glasfaserausbau bedarf bis zu seiner vollständigen Umsetzung einer andauernden Begleitung, da der eigenwirtschaftliche Ausbau der Telekommunikationsunternehmen (TKU) sehr stark von den sich schnell verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig ist. Dies gilt aber nicht nur für Stuhr, sondern bundesweit.

Dies vorausgeschickt, soll im Folgenden auf die aktuellen Ausbauprojekte der in Stuhr tätigen Unternehmen eingegangen werden:

 

1. Deutsche Glasfaser:
 

Das Unternehmen hatte nach erfolgreicher Vorvermarktung in Seckenhausen den Start des eigenwirtschaftlichen Ausbaus für das 4. Quartal 2025 angekündigt. Das Unternehmen sucht seit Ende letzten Jahres am Kapitalmarkt eine Finanzierung für den weiteren Ausbau von über 1 Mrd. Euro. Da sich die Suche nach weiteren Finanzinvestoren aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen auf dem Kapitalmarkt stark verändert hat, benötigte dieser Prozess deutlich mehr Zeit. Deshalb standen alle Ausbauprojekte in Deutschland unter "Prüfungs"-Vorbehalt. Die Wirtschaftsförderung steht mit dem Unternehmen in regelmäßigen Austausch, um zu klären, wann der Ausbau starten soll. Nachdem die Finanzierungsrunde über ca. 1,2 Mrd. € Ende April erfolgreich abgeschlossen werden konnte, hat die Wirtschaftsförderung sofort den Ansprechpartner kontaktiert. Deutsche Glasfaser teilte mit, dass der Ausbau in Seckenhausen bis Ende 2027 nicht stattfinden wird.

 

2. GVG mit der Marke nordischnet:
 

Das Unternehmen hat im Süden der Gemeinde in Fahrenhorst und Neukrug seit Ende 2025 den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau gestartet und mittlerweile abgeschlossen. Sie wollten im 2. Quartal 2026 den angekündigten Ausbau in den Ortsteilen Varrel, Moordeich und Brinkum-Süd fortsetzen. Das Unternehmen hatte dafür bereits in 2021 die Kunden informiert und Verträge abgeschlossen.
Für die erneute Kundenansprache war die GVG auch mit einem Messestand auf der Gewerbeschau in Brinkum am 17.04. - 19.04.2026 vertreten. Die entsprechenden Genehmigungen für den Ausbau in Varrel, Moordeich und Brinkum-Süd hat das Unternehmen beantragt.

Mit dem Ausbaubeginn der Glasfaser Nordwest hat die GVG in den intensiven Baukoordinationsgesprächen mit der Gemeinde mitgeteilt, dass sie aktuell den Ausbau in den Ortsteilen Varrel, Moordeich und Brinkum-Süd angehalten haben, bis eine grundsätzliche Unternehmensentscheidung zu dem Doppelausbau getroffen wird.

 

3. Glasfaser Nordwest:
 

Das Unternehmen Glasfaser Nordwest hat in Brinkum-Mitte bereits seit 2022 ein Glasfasernetz mit 2.500 Haushalten ausgebaut. Die Glasfaser Nordwest ist ein Joint-Venture aus Deutscher Telekom und EWE. Aufgrund dieser Gesellschafter wird das Unternehmen vom Kartellamt reguliert. Das bedeutet bspw., dass das Unternehmen seine Ausbaugebiete jeweils 90 Tage vor Veröffentlichung dem Kartellamt vorzulegen hat. In dieser Phase gilt eine sogenannte "Kommunikationssperre", in der das Unternehmen nicht öffentlich mitteilen darf, welche künftigen Gebiete ausgebaut werden sollen. Anfang April lief diese 90 Tage-Frist für die Ausbaugebiete: Brinkum-Süd, Stuhr-Rathaus, Moordeich und Varrel für weitere ca. 8.500 Haushalte aus und das Unternehmen präsentierte sich ebenfalls auf der Gewerbeschau. Außerdem fand eine Kundeninformationsveranstaltung im Gasthaus Nobel statt.


Die Besonderheit des Glasfaserausbaus von diesem Unternehmen ist, dass sie ein reiner "Open Access Anbieter" sind, also ohne eigene Produkte auftreten. Auf ihrem Netz haben die Kunden in Stuhr die freie Anbieterwahl zwischen den Produkten von z.B.: Deutsche Telekom, swb, 1&1, Plusnet, Deutsche Giganetz und ab Herbst sollen auch noch die Produkte der Vodafone hinzu kommen. Außerdem sieht das Geschäftsmodell von Glasfaser Nordwest keine Vorvermarktungsphase vor. Das hat den Vorteil, dass sobald ein Gebiet aus der "Kommunikationssperre" fällt, der Ausbau tatsächlich startet. Der offizielle Spatenstich fand am 22.04.2026 in Brinkum statt. In Brinkum arbeiten seit dem 8 Baukolonnen parallel. Außerdem hat der Ausbau in Moordeich bereits begonnen.

Nach Bekanntgabe der Ausbauabsichten der Glasfaser Nordwest, deren Ausbaugebiete sich in Brinkum-Süd, Moordeich und Varrel mit denen der GVG überschneiden, befindet sich die Gemeinde in sehr intensiven, regelmäßigen Baukoordinationsgesprächen mit beiden Unternehmen. Dabei wurde vereinbart, das die Unternehmen nicht gemeinsam die Verlegung ihrer Leerrohrverbände in den Straßen durchführen, sondern nacheinander. Dies setzt aber eine strikte Zeitplanung und genaue geographische Abgrenzung der jeweiligen Ausbaugebiete voraus, damit sich die Unternehmen nicht ins "Gehege" kommen. Von Seiten der Gemeindeverwaltung wurde eine sehr zügige Bauabnahme der einzelnen Ausbaubereiche zugesichert, um eine möglichst schnelle und reibungslose Umsetzung zu gewährleisten. Aktuelle Veränderungen, die sich bis zum Sitzungstermin noch ergeben, werden mündlich ergänzt.

 

4. Geförderter Glasfaserausbau des Eigenbetriebs für die Schulen:
 

Der Leiter des Eigenbetriebs des Landkreises Diepholz stellte auf Anfrage der Wirtschaftsförderung zum Sachstand der geförderten Schulanschlüsse die anliegende Karte bereit (vgl. Anlage 1 – geförderte Schulanschlüsse). Leider kann noch nicht mitgeteilt werden, wann die Glasfaserleitungen montiert und die Anschlüsse in Betrieb genommen werden können.

Reduzieren

Auswirkung auf Klima

 

Ja

X

 

Nein

 

 

Das Vorhaben wirkt sich positiv auf den Klima-, Umwelt- und Artenschutz aus, weil der flächendeckende Glasfaserausbau die Voraussetzung dafür ist, dass das alte Kupfernetz der Deutschen Telekom (wie von der EU-Kommission gewünscht) bis zum Jahr 2030 abgeschaltet werden kann. Der Vorteil der Glasfasernetze gegenüber dem Kupfernetz liegt unter anderem in dem vielfach geringeren Stromverbrauch bei gleichzeitig deutlich höheren Bandbreiten. Somit trägt ein flächendeckender Glasfaserausbau mittelfristig zu einem wesentlich geringeren CO2-Ausstoß bei.

Reduzieren

Anlagen

Loading...