Bürgermeister Stephan Korte freut sich, dass die Figuren in beständiger Form zurück im Mühlenteich sind.© Gemeinde StuhrWas einst als Kunstwerk einer jungen Künstlerin während ihres Kunst-Stipendiums in Heiligenrode entstand, hat über drei Jahrzehnte hinweg Bestand gehabt und sowohl der Witterung als auch den jährlichen Transporten standgehalten. Jahr für Jahr waren die Figuren Wind und Wetter, Algenbewuchs und Sedimenten ausgesetzt.
Eine Bestandsaufnahme im vergangenen Jahr zeigte ein differenziertes Bild: Die Keramikbüsten erwiesen sich dank der hohen handwerklichen Qualität der Künstlerin als bemerkenswert robust. Gleichzeitig hatten jedoch wiederholte Beschädigungen durch Vandalismus – insbesondere durch Steinschlag – sowie Materialermüdung ihre Spuren hinterlassen. Beim Ausbau für die Winterlagerung zerbrach eine der Büsten infolge bereits vorhandener Kleinschäden.
Über die Jahre hat sich die Figurengruppe zu einem identitätsstiftenden Wahrzeichen der Gemeinde Stuhr entwickelt. Viele Bürgerinnen und Bürger verbinden persönliche Erinnerungen mit ihr, sodass sie heute weit mehr ist als ein Kunstwerk im öffentlichen Raum.
Die Figurengruppe ist nun wieder vollständig und mit fünf Büsten im Mühlenteich (An der Wassermühle 5-10) vereint. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Ausführung liegt in ihrer hohen Widerstandsfähigkeit: Sie schützt die Figuren nicht nur besser vor Vandalismus, sondern ermöglicht es auch, dass die „Badenden“ künftig ganzjährig im Wasser verbleiben können. Selbst Temperaturschwankungen und Frost können ihnen nichts mehr anhaben. Damit entfallen die bislang jährlich anfallenden Wartungskosten.
Die Künstlerin hat fünf Büsten gefertigt, die jeweils an einer anderen Stelle ihres Oberkörpers und Kopfes ein Loch für einen sprudelnden Wasserstrahl haben. Entsprechend entsteht der Eindruck, dass die Figuren nicht nur im Teich baden, sondern auch als Springbrunnen-Figuren dienen, die symbolisch den endlosen Kreislauf des Wassers und Lebens verkörpern. Das Wasser im Mühlenteich war auch immer Energielieferant für den Antrieb der hiesigen Mühle. Die Mühle, die bis 1971 noch in Betrieb war, diente der Künstlerin sinnbildlich als Inspiration für „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“.
Die Neuanfertigung der Büsten verursachte für die Gemeinde Stuhr Kosten in Höhe von 35.000 €. Die Karin und Uwe Hollweg Stiftung hat mit einer großzügigen Förderung die anderen 50 Prozent der Gesamtproduktionskosten in Höhe von 70.000 € übernommen.
Die Keramikbüsten wurden 1995 erstmals im Mühlenteich ausgestellt. Anfangs umstritten, sind sie heute aus der idyllischen Umgebung des Mühlenensembles in Heiligenrode nicht mehr wegzudenken. „Die Badenden“ sind inzwischen zu einem markanten Symbol des Ortes geworden und prägen das Erscheinungsbild von Heiligenrode.
Petra Förster hat seit ihrem Stipendium (1994-1995) viele Ausstellungen gemacht und bekam zahlreiche Auftragsarbeiten. Dazu hat sie zahlreiche Lehraufträge an den Hochschulen Braunschweig und Hannover übernommen. Nach ihrem Doktoranten-Studium (2011-2017) an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, hat sie u.a. viele Buddhistische Lehmstatuen gebaut – in Braunschweig, Moskau, Warschau, Wien, Budapest, Kopenhagen, St. Petersburg oder Madison/ USA.
Die Künstlerstätte Stuhr-Heiligenrode im Mühlenensemble der Gemeinde Stuhr besteht seit 37 Jahren und hat bisher 66 Kunst-Stipendiatinnen beherbergt. Die Gemeinde Stuhr unterstützt den Nachwuchs mit einem zehnmonatigen Stipendium von 1.400 € monatlich sowie der Bereitstellung von Wohnräumen und Ateliers. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert ein weiteres Stipendium pro Jahr. Am Ende jedes Residenzstipendiums organisiert die Gemeinde eine Abschlussausstellung und öffnet die Künstlerstätte für niedrigschwellige Kunst-Vermittlungsangebote. Zusätzlich finanziert die Gemeinde mit Mitteln des Landschaftsverbands Weser-Hunte e.V. und der Kreissparkasse Diepholz die Produktion eines Katalogs, der den Künstlerinnen eine umfassende Präsentation ihres Portfolios ermöglicht.
Die Keramikbüsten wurden 1995 erstmals im Mühlenteich ausgestellt. Anfangs umstritten, sind sie heute aus der idyllischen Umgebung des Mühlenensembles in Heiligenrode nicht mehr wegzudenken. „Die Badenden“ sind inzwischen zu einem markanten Symbol des Ortes geworden und prägen das Erscheinungsbild von Heiligenrode.© Gemeinde Stuhr