Um die geplanten Deichanlagen fachgerecht und zukunftssicher umsetzen zu können, sind vorbereitende Arbeiten erforderlich. In den kommenden Wochen werden daher entlang ausgewählter Abschnitte der Varreler Bäke und des Klosterbaches Gehölzarbeiten durchgeführt. Betroffen sind Bereiche zwischen der K111 (Blockener Straße) im Süden und der Einmündung des Moordeicher Wasserzuges an der Landesgrenze zu Bremen.
Die Maßnahmen stehen in direktem Zusammenhang mit der Ertüchtigung der bestehenden Deiche, die derzeit nicht überall die erforderliche Höhe oder Standsicherheit aufweisen. Für die neuen, breiteren Deichkörper sowie einen dauerhaft freizuhaltenden Schutzstreifen wird zusätzlicher Raum benötigt. In diesen Zonen müssen einzelne Bäume, Heckenstrukturen und kleinere Gehölzflächen entfernt werden, da sie die Standsicherheit der Deiche beeinträchtigen, die Unterhaltung erschweren oder bei Hochwasser Schäden verursachen könnten.
Bereits in der Planungsphase wurde großer Wert daraufgelegt, die Eingriffe so gering wie möglich zu halten. Die Deichtrassen wurden so entwickelt, dass der vorhandene Baumbestand weitgehend erhalten bleibt. Dennoch lassen sich Gehölzentfernungen aus fachlicher Sicht nicht vollständig vermeiden. Die Gehölzarbeiten finden ausschließlich außerhalb der Brut- und Setzzeiten statt.
Spätestens bis Ende Februar sollen sie abgeschlossen sein. Vor Beginn der Arbeiten werden die betroffenen Gehölze artenschutzrechtlich geprüft. Zusätzlich begleitet eine ökologische Baubegleitung die Maßnahmen, um Natur- und Artenschutz umfassend zu berücksichtigen.
Ein Ausgleich für die notwendigen Eingriffe ist fest in der Planung verankert. Vorgesehen sind umfangreiche Ersatzpflanzungen, deren Standorte in enger Abstimmung mit der Gemeinde Stuhr festgelegt werden. So soll das Landschaftsbild langfristig erhalten und weiterentwickelt werden. Während der Gehölzarbeiten kann es örtlich zu kurzfristigen Einschränkungen kommen. Zeitweise Sperrungen einzelner Wege sind unter anderem nördlich der Varreler Landstraße, am Gut Varrel, an der Zuwegung zum Sportplatz des TuS Varrel e. V. sowie entlang der Moordeicher Landstraße und der K111 (Blockener Straße) erforderlich. Die betroffenen Bereiche werden rechtzeitig gekennzeichnet, Anliegerinnen und Anlieger informiert. Die Hochwasserschutzmaßnahmen werden federführend vom Ochtumverband umgesetzt. Mit der Planung, Bauüberwachung und der ökologischen Begleitung ist die IDN Ingenieur-Dienst-Nord GmbH beauftragt. Der Beginn der eigentlichen Bauarbeiten für den Hochwasserschutz ist für Herbst 2026 vorgesehen, der Abschluss bis 2028 geplant. Mit den vorbereitenden Gehölzarbeiten schafft die Gemeinde Stuhr gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen die Grundlage für einen wirksamen, nachhaltigen Hochwasserschutz. So wird die Sicherheit in der Gemeinde langfristig erhöht und zugleich verantwortungsvoll mit Natur und Landschaft umgegangen.