Biografie Rosette Martha Löwenstein geb. Cohn
Verlegestelle: Bremer Str. 36, 28816 StuhrGeboren am 22. Oktober 1879 in Brinkum in ihrem Elternhaus Brinkum Nr. 170
| 1879 – 1937 | wohnhaft in ihrem Elternhaus |
| 1908 | Heirat mit dem Schlachter Albert Löwenstein |
| 1915 | Tod ihres Ehemanns und Verpachtung der Schlachterei |
| 10/1937 | Umzug in ein jüdisches Altersheim in Emden |
| 11/1937 | Enteignung des Elternhauses im Rahmen des sog. „Arisierungsgesetzes“ |
| 10/1941 | Deportation in das Ghetto Lódz |
Am 12. Mai 1942 ins Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und am gleichen Tag in der Gaskammer ermordet
Bremer Str. 36 1950-1960© Gemeinde StuhrRosette Martha Löwenstein wurde am 22. Oktober 1879 in Brinkum in ihrem Elternhaus Brinkum Nr. 170 geboren und ist dort gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Bernhard aufgewachsen, der als Folge einer Kinderkrankheit eine geistige Behinderung davontrug.
Ihre Eltern waren Benjamin Siegfried Cohn aus Brinkum und Caroline Israel aus Jever. Sie betrieben in dem Haus eine Schlachterei, die von ihrem Schwiegersohn weiterbetrieben wurde.
1908 hatte Martha Löwenstein den Schlachter Albert Löwenstein aus Bad Rehburg geheiratet. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Siegfried, Max Arnold und Lina hervor.
Nach dem Tod von Albert Löwenstein im Herbst 1915 in Frankreich wurde die Schlachterei verpachtet. Im Rahmen der sog. „Arisierungsgesetze“ mussten das Geschäft und das Haus zum 1. November 1937 an den Pächter verkauft werden.
Nach der Unterbringung ihres Bruders Bernhard in einem jüdischen Dauerwohnheim in Berlin-Weissensee zog sie selbst am 29.10.1937 in ein jüdisches Altersheim in Emden. Ihr Bruder Bernhard verstarb am 18. Dezember 1940 in Weissensee, überlebende Bewohner wurden 1942 nach Minsk deportiert.
Wie vielen anderen jüdischen Mitbürgern blieb ihr auch das Schicksal der Deportation nicht erspart. Alle 122 Bewohner*innen des Altersheimes in Emden wurden am 23.10.1941 über Berlin (24.10.1941) in das Ghetto Lódz deportiert. Von dort erfolgte am 12. Mai 1942 eine erneute Deportation in das nicht weit entfernte Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno, wo sie noch am gleichen Tag in der Gaskammer ermordet wurde.
Die Kinder von Rosette Martha Löwenstein geb. Cohn und Albert Löwenstein sind alle in die USA ausgewandert und begannen dort unter anderen Namen ein neues Leben:
- Siegfried Löwenstein (Schlachter), ausgewandert am 18. November 1930 aus Hamburg über Bremerhaven nach New York, Einbürgerungsantrag 19. Juli 1933. Lebte in Philadelphia unter dem Namen Fred A. Lowell
- Max Arnold Löwenstein (Kfz-Mechaniker), ausgewandert am 14. Mai 1936 aus Stuttgart (kurzer Zwischenaufenthalt in Brinkum vom 1. bis 9. Mai 1936) über Hamburg nach New York, Einbürgerungsantrag 7. August 1936. Lebte in Philadelphia unter dem Namen Martin A. Lowe
- Lina Löwenstein (Fleischereifachverkäuferin), ausgewandert am 19. März 1938 aus Berlin über Hamburg nach New York, gemeinsam mit ihrem 1935 geborenen Sohn Manfred Löwenstein. Nach Heirat in den USA mit Walter Amrein, am 23. April 1940 Einbürgerungsantrag, lebte sie in Philadelphia unter dem Namen Lena Rose Amrein.
Quelle u.a.:
Dr. Hartmut Müller: „Löb Simon Cohn und andere Juden in Brinkum“, Bremen 1990
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