Frühlingsempfang 2025
Der diesjährige Frühlingsempfang der Gemeinde Stuhr stand ganz im Zeichen des Ehrenamts. Bereits zum 21. Mal kürte die Jury die Gewinner des Ehrenamtspreises und würdigte damit zivilgesellschaftliche Akteure in der Gemeinde. Das Stuhrer „Wolfsrudel“ hat Zuwachs erhalten: Fünf engagierte Persönlichkeiten, die sich mit Herzblut und Tatkraft für das Gemeinwohl einsetzen, wurden am Sonntag im voll besetzten Ratssaal mit dem "Stuhrer Wolf" ausgezeichnet – der höchsten Ehrung für ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde.
Da Bürgermeister Stephan Korte krankheitsbedingt verhindert war, übernahm seine Stellvertreterin Sigrid Rother die feierliche Ehrung. In ihrer Rede würdigte sie die Preisträger als „stille Helden des Alltags“, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz Werte wie Solidarität, Verantwortung und Mitgefühl verkörpern. Auch Landrat Volker Meyer und Festredner Stefan Kramer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband betonten die immense Bedeutung des Ehrenamts. „Es ist das Fundament unserer Gesellschaft“, so Kramer. Ehrenamtliche seien oft unsichtbare Stützen der Gemeinschaft – ihr Wirken jedoch unverzichtbar.
Die diesjährigen Preisträger haben ihre ganz eigene Art, die Welt ein Stück besser zu machen:
Melina Waßmann, Feuerwehrfrau und Jugendwartin der Freiwilligen Feuerwehr Groß Mackenstedt, engagiert sich leidenschaftlich für die Nachwuchsarbeit. Selbst in der Jugendabteilung angefangen, hat sie sich später als Betreuerin engagiert und trägt heute die Verantwortung für 30 Kinder und zehn Betreuer. Laudatorin Iris Rose betonte: „Wölfe sind Rudeltiere – und Melina Waßmann sorgt mit Herzblut dafür, dass die Jugendfeuerwehr wächst und gedeiht.“ Ihr außergewöhnlicher Einsatz umfasst oft mehr als zehn Stunden pro Woche.
Ulrike Schäfer, die leider nicht persönlich anwesend sein konnte, setzt sich seit vielen Jahren für Frauenrechte ein. Als Mitgründerin des Unternehmerinnenforums Stuhr und des Frauen-Stützpunkts Sie(h)da hat sie zahlreiche Projekte ins Leben gerufen. Besonders bemerkenswert ist ihr Einsatz gegen Gewalt an Frauen: 15 Jahre lang koordinierte sie eine Notruf-Hotline im Landkreis, organisierte Gesprächsgruppen und baute unterstützende Netzwerke auf. Laudatorin Gabriele Hargens bezeichnete sie als „Frau der Tat“, die immer da ist, wenn Hilfe benötigt wird.
Heinz-Günther Meyer wurde für sein Engagement im Mehr-Generationen-Haus (MGH) ausgezeichnet. Seit über zehn Jahren ist er eine tragende Säule des Hauses: Ob im Reparatur-Café, als Hausmeister oder Gärtner – Meyer setzt sich mit viel Herzblut dafür ein, dass Alt und Jung voneinander profitieren. „Er hat viele Dinge vor der Entsorgung bewahrt und gibt ihnen eine zweite Chance – gelebte Nachhaltigkeit“, lobte Laudator Thomas Schaumlöffel. Zusätzlich fährt Meyer Senioren zum Mittagstisch und Kinder zum Schwimmunterricht.
Andreas Hartjen engagiert sich im Bereich Sport als Schiedsrichter-Obmann beim TuS Varrel. In nur zwei Jahren hat er es geschafft, ein starkes Schiedsrichter-Team aufzubauen – von Null auf 13 junge Unparteiische. Mit seinem Projekt „Jugend pfeift Herren“ bietet er jungen Schiedsrichtern wertvolle Praxiserfahrungen. „Mit seiner positiven und motivierenden Art stärkt er das Gemeinschaftsgefühl und macht den Sport in Stuhr noch attraktiver“, betonte Laudatorin Jennifer Lammers.
Rolf Libertin, langjähriger Vorsitzender des Sportfischereivereins Bremen-Stuhr, erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Umwelt. Seit mehr als 20 Jahren setzt er sich für den Naturschutz ein, bildet Nachwuchsangler aus und berät die Gemeinde sowie die Fischereibehörde. Laudator Heinz-Dieter Tegtmeier betonte: „Er hat über das Angeln die Liebe zur Natur entdeckt – und gibt sie mit Begeisterung weiter.“
Der Frühlingsempfang in Stuhr war nicht nur eine Feierstunde, sondern auch ein klares Zeichen der Wertschätzung für die vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde. „Ihr Engagement ist nicht selbstverständlich, aber unverzichtbar“, so Sigrid Rother. Die Auszeichnung der Preisträger soll nicht nur ihre Leistungen würdigen, sondern auch andere ermutigen, sich für das Gemeinwohl einzusetzen – denn jede helfende Hand macht einen Unterschied.
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