Die Gemeinde Stuhr hat in den Jahren 2019 bis 2021 einen städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung und Veräußerung der gemeindeeigenen Grundstücke im Ortskern Brinkum durchgeführt. Grundlage dieses Wettbewerbs war das Entwicklungskonzept Ortskern Brinkum, das unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der örtlichen Wirtschaft, der Vereine und Verbände sowie der Kommunalpolitik in einem öffentlichen und partizipatorischen Prozess erarbeitet und vom Rat der Gemeinde am 01.03.2017 als städtebauliches Konzept im Sinne von § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB beschlossen wurde.
Ziel dieses Wettbewerbes war es, das überzeugendste Bebauungs- und Nutzungskonzept zur Entwicklung des Ortskerns Brinkum zu einem attraktiven und lebendigen Treff- und Aufenthaltsort für alle Bürgerinnen und Bürger auszuwählen. Dem Gewinner wurden die o.g. Flächen zum Kauf angeboten.
Von den eingereichten Entwürfen gelangten zwei in die engere Wahl und wurden einer Jury aus Vertretern der Kommunalpolitik sowie aus Fachleuten der Disziplinen Städtebau, Architektur, Genehmigungspraxis und Wirtschaft zur Prüfung, Beratung und Bewertung vorgelegt. Die Jury kam zu dem Ergebnis, dass Entwurf und Nutzungskonzept der Specht Gruppe gemeinsam mit Hilmes Lamprecht Architekten aus Bremen am überzeugendsten war.
© Hilmes Lamprecht Architekten BDA
Das Konzept der Specht Gruppe sieht die Errichtung von vier Gebäuden vor. Angrenzend an den von der Gemeinde geplanten neuen Marktplatz entstehen zwei Wohn- und Geschäftshäuser (Haus 1 und 2) mit Wohnungen, Flächen für die Kreissparkasse, Gastronomie und kleine Ladengeschäfte. Auf der anderen Seite der Bremer Straße soll eine Seniorenresidenz mit (Pflege-) Dienstleistungen entstehen (Haus 3). Die Gebäude des ehem. Hotels „Bremer Tor“ und des „Café Zipf“, in dem zuletzt ein mexikanisches Restaurant betrieben wurde, werden miteinander verbunden und von Grund auf saniert - es entsteht ein modernes Hotel (Haus 4). In der obersten Ebene soll ein Veranstaltungssaal mit Dachterrasse entstehen.
Quartier Brinkum aus der Vogelperspektive© Specht Gruppe
Das letzte halbe Jahr wurde intensiv dazu genutzt, die Feinplanung für die bauliche Realisierung voranzubringen sowie das Konzept zum Parken von PKW weiterentwickelt. Zum einen können ursprünglich geplante Stellplätze entfallen, weil durch den Einzug der Kreissparkasse in das Haus 1 am Markt weniger Stellplätze erforderlich werden. Zum anderen wurde die Niedersächsische Bauordnung geändert, wonach für den Wohnungsbau gesetzlich keine Stellplätze mehr vorgeschrieben sind. Hier wurde ein Kompromiss gefunden, bei dem beide Seiten, die Specht Gruppe und die Gemeinde Stuhr, aufeinander zugegangen sind: für jede neue Wohnung wird ein Stellplatz - statt ursprünglich zwei - in Tiefgaragen unter Haus 1 und Haus 2 errichtet, weitere Stellplätze für Kund*innen und Besucher*innen entstehen oberirdisch. Insgesamt entstehen so 269 neue Stellplätze im Ortskern.